Rundstricken im Krausrippenmuster

Rundstricken im Krausrippenmuster

Kraus rechts in Runden stricken – klingt einfach, ist es aber nicht ganz

Kraus rechts – also einfach jede Masche rechts stricken – ist das wohl erste, was man beim Stricken lernt. Das Schöne daran ist, dass es total unkompliziert ist und dabei diesen hübsch strukturierten Look ergibt. Ich liebe das Muster für Schals, Decken oder Babyprojekte.

Aber dann kam der Moment, wo ich dachte: “Hey, ich will einen Cowl stricken – also in Runden – aber eben mit diesem klassischen kraus-rechts-Gefühl.” Und da ging’s los mit der Verwirrung…


Warum “nur rechts stricken” in Runden nicht reicht

Wenn du in Reihen strickst, drehst du das Strickstück ja immer wieder um. Du siehst also mal die Vorderseite, mal die Rückseite, und weil du auf beiden Seiten rechte Maschen strickst, entsteht das typische kraus-rechts-Muster mit den schönen kleinen Wellen.

In Runden siehst du aber immer nur die Vorderseite – du drehst das Werkstück nie. Und wenn du da einfach immer nur rechte Maschen machst, bekommst du… glatt rechts. Nicht das, was du wolltest. Glatt rechts ist zwar hübsch, aber eben was ganz anderes.

Also, um in Runden wirklich kraus rechts zu erzeugen, musst du abwechselnd eine Runde rechts, eine Runde links stricken. Das funktioniert gut – macht aber nicht jedem Spaß.


Ganz ehrlich: Ich mag linke Maschen nicht

Ich weiß, das klingt faul – aber bei größeren Projekten kann ständiges Umswitchen nerven. Linke Maschen sind irgendwie nicht so flüssig für mich. Beim Stricken in Reihen fällt es mir leichter, aber in Runden? Meh.

Und das war der Moment, wo ich angefangen hab zu suchen, wie man das Ganze umgehen kann.


Die Sache mit dem „Jog“

Ein weiterer Punkt: Wenn man abwechselnd rechts und links in Runden strickt, entsteht da eine Art Naht – oder besser gesagt ein Versatz, wo die Runde endet und die nächste beginnt. Gerade bei kraus rechts sieht man das deutlich, weil die Textur wechselt. Das nennt man den “Jog”.

Wenn du Glück hast, landet das hinten im Nacken und keiner merkt’s. Wenn du Pech hast, siehst du’s ständig und es nervt.


Jogless Garter – es gibt Tricks

Eine ziemlich clevere Variante hab ich auf Kathryn Ivys Seite gesehen: Sie verschiebt einfach den Rundenanfang bei jeder Runde ein Stück weiter. So wandert dieser „Bruch“ immer weiter und verteilt sich quasi im Kreis. Das funktioniert super bei Cowls oder Mützen, wo man keine Zunahmen oder Abnahmen braucht.

Der einzige Haken: Du musst dran denken, den Maschenmarkierer jedes Mal mitzuschieben. Ich hab’s beim ersten Mal vergessen und war dann komplett lost, wo ich überhaupt bin. Aber wenn du gut organisiert bist, ist das echt eine schöne Methode.


Und wenn man GAR keine linken Maschen will?

Oh ja – das geht tatsächlich auch. Das Prinzip kommt aus der Shetland-Tradition, wo kraus rechts oft in der Runde gestrickt wird, aber ohne linke Maschen. Fleegle hat da auf ihrem Blog eine abgefahrene Methode beschrieben: Man strickt mit zwei Fäden, immer abwechselnd in entgegengesetzter Richtung.

Also: eine Runde mit dem ersten Faden vorwärts, dann drehst du das Ganze und strickst mit dem zweiten Faden zurück – auf der Rückseite, aber wieder nur rechte Maschen. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich logisch, wenn man’s mal ausprobiert. Und du brauchst dafür halt ein bisschen mehr Konzentration… und zwei Knäuel.

Ich hab das mal bei einem kleinen Rundtuch getestet – ehrlich gesagt war’s erst ungewohnt, aber total spannend. Und das Maschenbild wird dadurch schön gleichmäßig.


Was eignet sich dafür?

Wenn du kraus rechts in Runden testen willst, ohne gleich ein riesiges Projekt zu starten, kann ich dir ein paar Sachen empfehlen:

  • Ein einfacher Cowl – da kannst du super mit der rechts/links-Methode anfangen oder die Rundwanderung des Maschenmarkers ausprobieren.
  • Ohrklappenmütze – wie von Purl Soho, schön schlicht und trotzdem mit Struktur.
  • Oder ganz wild: ein Loop im XXL-Stil, bei dem du entweder die klassische Methode machst oder eben mutig wirst und die Shetland-Technik testest.

Mein Fazit (auch wenn ich das Wort hasse)

Kraus rechts in Runden stricken ist nicht schwer – aber es hat seine Tücken. Entweder du nimmst die linken Maschen in Kauf, du trickst mit wandernden Rundenanfängen oder du gehst volle Shetland-Schiene mit zwei Fäden. Alles hat so seinen Charme.

Ich persönlich nehm’s vom Projekt abhängig. Manchmal mach ich’s klassisch, manchmal faul – äh, effizient – mit Tricks. Und ganz ehrlich: Wenn man ein bisschen improvisiert, wird’s oft sogar schöner.

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