Wie man die elastische Abkettelmasche strickt

Wie man die elastische Abkettelmasche strickt

Ich weiß nicht, wie’s dir geht – aber ich hab ziemlich lange gebraucht, um mich mal ernsthaft mit verschiedenen Abkettmethoden zu beschäftigen. Ich mein, man lernt halt am Anfang dieses klassische „zwei Maschen stricken, erste über zweite ziehen“, und dann benutzt man das… für alles. Bis halt irgendwann was nicht passt.

Mir ist’s zum ersten Mal bei einem Paar Socken passiert. Ich wollte die von oben nach unten stricken, alles lief super – bis ich den Schaft abgekettet hab. Oder besser gesagt: eingequetscht. Ich kam mit Mühe und Not noch mit dem Fuß rein, und beim Ausziehen hab ich gedacht, ich zerreiß das ganze Ding. Nicht schön.

Die Lösung? Stretchy Bind Off.

Klingt fancy, ist aber mega simpel. Und rettet dir echt so einiges – besonders wenn du was anziehbares strickst, also Ärmelbündchen, Socken, Mützenränder, oder irgendwas, das sich dehnen soll und trotzdem wieder in Form kommen muss.


Wie funktioniert das Ganze?

Du brauchst nix Besonderes. Deine Stricknadeln, dein Garn – that’s it. Wenn du’s aber noch dehnbarer haben willst, nimm eine Nadelstärke größer für die Abkett-Reihe. Hab ich bei Baby-Stulpen gemacht – war goldrichtig.

Los geht’s:

  1. Die ersten zwei Maschen strickst du zusammen – durch die hinteren Maschenglieder.
    Also nicht klassisch von vorn rein, sondern die rechte Nadel hinten durch beide Maschen und zusammen abstricken. Das ist das kleine Geheimnis an der Methode.
  2. Dann nimmst du die entstandene Masche wieder zurück auf die linke Nadel – einfach wie beim Linken abstricken zurückschieben.
  3. Und wiederholst das Ganze: Zwei Maschen durch die hintere Schlaufe zusammenstricken, zurück auf links, repeat… bis keine Maschen mehr da sind.

Klingt monoton – ist es auch. Aber irgendwie auch beruhigend. Ich hab das letzte Mal beim Serienbingen gemacht. Ging locker nebenbei.


Warum du den Stretchy Bind Off lieben wirst

  • Er sieht ordentlich aus. So ein leicht gezwirbelter, schlichter Rand. Nicht zu auffällig, aber elegant.
  • Er ist wirklich dehnbar – aber schnallt sich trotzdem wieder zusammen, statt auszulabbern.
  • Du kannst ihn super easy aufribbeln, falls du zu locker oder zu fest warst. Ist mir schon passiert, war aber in zwei Minuten korrigiert.

Wo der besonders gut funktioniert

Ich benutze den gern bei:

  • Socken, logisch. Vor allem bei Toe-Up-Socken, wenn du oben den Schaft abschließt.
  • Ärmelbündchen, wenn du’s gemütlich magst und trotzdem eng genug, dass nix rutscht.
  • Stirnbänder, weil die einfach angenehm sitzen müssen, ohne das Hirn abzuschnüren.
  • Legwarmer! Ganz ehrlich, ich strick die super gerne für meine Nichte. Kinderbeine sind wie Überraschungseier – du weißt nie, was dich erwartet. Da ist so ein flexibler Abschluss einfach Gold wert.

Übrigens: Wenn du grad Legwarmer oder ähnliche Sachen machst und keine genauen Maße hast (kommt ja öfter mal vor), hilft dir diese Methode auch ein bisschen dabei, dass das Teil trotzdem passt. Weil – let’s face it – nicht jede Wade hat Standardmaß.


Ich wünschte, jemand hätte mir das früher gezeigt. Hätte mir einige frustrierte Versuche und festgequetschte Strickstücke erspart. Also falls du auch zu den Leuten gehörst, die immer mit der Standard-Abkettung unterwegs sind: Probier den hier mal aus. Echt – du wirst ihn öfter benutzen, als du denkst.

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