Wie man einen zweifarbigen Brioche-Stich strickt

Wie man einen zweifarbigen Brioche-Stich strickt

Ich hab mich lange nicht an Brioche ran getraut. Irgendwie sah das immer kompliziert aus – so viel Garn, so viel Bewegung, zwei Farben?! Ich dachte, das ist was für Leute, die schon seit 30 Jahren stricken und nebenbei Sudoku lösen. Aber, Spoiler: Es ist gar nicht so wild, wie es aussieht.

Zweifarbiger Brioche-Stich sieht nicht nur richtig schick aus, er fühlt sich auch total weich und elastisch an. Perfekt für Schals, Stirnbänder, Mützen – eigentlich alles, was man nah am Körper trägt und wo’s ruhig ein bisschen kuscheliger sein darf.

Was ist eigentlich zweifarbiger Brioche?

Stell dir vor, dein Strickstück hat Rippen wie bei einem normalen Rippenmuster – aber jede Seite hat eine andere Farbe. Vorn zum Beispiel dunkelgrau, hinten senfgelb. Und beides sieht gleich „fertig“ aus, also du hast nicht wirklich eine Rückseite. Es ist quasi wie zwei Strickstücke in einem – nur ohne doppelte Arbeit. Okay, fast.

Man strickt dabei mit zwei Farben abwechselnd und jede Reihe in zwei Schritten – einmal mit Farbe A, dann mit Farbe B. Und das auf einer Rundnadel, damit man nicht ständig wenden muss, sondern einfach wieder zurückrutschen kann. Klingt erstmal umständlich, aber sobald man den Rhythmus hat, wird’s fast meditativ.

Was du brauchst

  • Zwei glatte Garne, möglichst in Kontrastfarben (ich hatte mal dunkelgrün und senfgelb – sieht mega aus)
  • Rundnadel oder Nadelspiel, Größe 4,5 mm (US 7) funktioniert gut mit DK oder Worsted Weight
  • Und ein bisschen Geduld am Anfang

So geht’s los

Ich hab 15 Maschen angeschlagen (eine ungerade Zahl ist wichtig), locker bitte – Brioche dehnt sich extrem in die Breite. Dann kommt die Foundation Row mit Farbe A:

Reihe A: 1 links, 1 Masche mit Umschlag abheben (sl1yof) – das wiederholen bis zum Schluss, letzte Masche links.

Dann nicht wenden, sondern einfach die Maschen auf der Rundnadel zurückschieben.

Jetzt kommt Farbe B ins Spiel. Die wird an der anderen Seite angesetzt (also da, wo Farbe A nicht ist). Auch hier erstmal eine Setup-Reihe stricken. Da geht’s los mit Masche abheben, Garn nach hinten, dann: 1 Masche zusammen mit Umschlag rechts stricken, nächste Masche mit Umschlag abheben (yfsl1yo) – das wiederholen.

Und ja, man fühlt sich in den ersten Runden ein bisschen wie auf einer Tanzfläche mit zwei Partnern. Aber irgendwann checkt man, welche Farbe gerade dran ist und wo man im Muster steckt.

Der eigentliche Rhythmus

Ab jetzt wiederholt sich alles in vier Schritten – zwei Reihen mit A, zwei mit B:

  • Mit A: 1 Masche stricken oder mit Umschlag abheben, die nächste Masche mit ihrem Umschlag rechts stricken
  • Dann zurückschieben
  • Mit B: 1 Masche abheben, nächste mit Umschlag links stricken
  • Und wieder wenden

Und ja, du wirst dich anfangs verheddern. Ich hab bestimmt fünfmal neu angefangen, weil ich vergessen hab, mit welcher Farbe ich wo war. Ich hab mir dann einfach kleine Klammern an die Enden gehängt – Farbe A links, Farbe B rechts – damit ich wusste, wo ich bin.

Ein paar Tipps, die ich gern vorher gewusst hätte:

  • Jeder Umschlag + abgehobene Masche zählt zusammen als eine. Nicht verwirren lassen.
  • Der Stoff wächst eher in die Breite als in die Länge. Also wenn du z. B. einen Schal strickst – lieber ein paar Maschen weniger anschlagen und mehr Reihen machen.
  • Wenn du einen Fehler machst: nicht ausrasten. Man kann zurückstricken oder zur Not eine Rettungsreihe einziehen.
  • Farbkontrast hilft enorm. Ich hab einmal zwei ähnliche Farben genommen und konnte nix mehr auseinanderhalten. Don’t be me.

Warum sich’s lohnt

Am Ende hast du ein Strickstück, das aussieht wie Zauberei. Leute fragen dich: „Wie hast du das gemacht?“ Und du kannst antworten: „Ach, das ist Brioche… dauert ein bisschen, aber ist echt cool.“

Und ehrlich, ich liebe das Gefühl, wenn man sich durch etwas Neues durchbeißt und plötzlich denkt: “Ha! Jetzt hab ich’s.” Zweifarbiger Brioche ist genau so ein Ding. Anfangs verwirrend, dann macht’s Klick – und plötzlich willst du nur noch alles damit stricken.

Also: such dir zwei Knäuel aus, schnappt dir deine Lieblingsnadel, atme durch – und los geht’s. Viel Spaß beim Reinwuseln!

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