Ich hab irgendwann beschlossen, keine Wattepads mehr zu kaufen. Nicht, weil ich plötzlich super umweltbewusst geworden bin (obwohl das natürlich ein netter Nebeneffekt ist), sondern einfach, weil’s mich genervt hat, ständig neue zu holen. Immer wieder diese kleinen, flauschigen Dinger, die direkt nach dem Abschminken in den Müll wandern. Und dann dachte ich mir: Moment mal… das kann man doch auch häkeln?
Gesagt, getan. Ich hab ein paar Baumwollreste rausgekramt – war eh nichts Großes mehr draus zu machen – und einfach mal losgelegt. So eine kleine gehäkelte Scrubbie, also so ein Gesichtspad, ist echt kein Hexenwerk. Wenn du weißt, wie man Luftmaschen macht, feste Maschen, halbe Stäbchen und Kettmaschen, bist du schon bestens vorbereitet.
Das Coole? Du brauchst keine Stunde dafür. Beim ersten Pad hab ich gemütlich auf dem Sofa gehäkelt, Serie nebenbei, und ehe ich mich versah, hatte ich so ein kleines, rundes, strukturiertes Ding in der Hand, das echt ein bisschen wie ein Mini-Deckchen aussieht – aber halt für’s Gesicht.
Die Größe variiert je nachdem, wie locker oder fest du häkelst. Meine liegen so bei 6 bis 8 cm im Durchmesser, was für mich perfekt passt. Wenn’s bei dir kleiner oder größer rauskommt – völlig okay. Ist kein Pullover, muss nicht exakt sitzen.

Ich hab am Anfang ein bisschen gekämpft, weil mein Garn recht fest war und ich zu einer kleineren Häkelnadel gegriffen hatte. Ging ganz schön auf die Finger. Falls du auch das Gefühl hast, dass du mehr kämpfst als häkelst – probier einfach eine Nummer größer. Das hilft echt viel.
Das Muster selbst ist super einfach. Man startet mit einem kleinen Ring aus vier Luftmaschen, schließt den mit einer Kettmasche, und dann geht’s in Runden weiter. Es gibt immer wieder so kleine Lücken – da häkelst du rein. Zwei halbe Stäbchen, eine Luftmasche, weiter zur nächsten Lücke. Klingt komplizierter als es ist.
Nach drei Runden bist du schon fast fertig. Der Rand wird noch mit so kleinen „Picots“ verziert – das sind diese Mini-Zacken. Drei Luftmaschen, Kettmasche in die nächste Masche, dann eine feste Masche, wieder Picot. Ich hab mich beim ersten Mal ein paar Mal verzählt, aber ehrlich… niemand sieht das später. Sieht trotzdem hübsch aus.
Wenn du dann den Faden vernäht hast, ist dein Scrubbie einsatzbereit. Ich benutze sie zum Abschminken oder einfach morgens, um mein Gesicht mit warmem Wasser abzuwischen. Sie fühlen sich angenehm an – und ich bilde mir ein, dass meine Haut sie mag. Ist auf jeden Fall weicher als diese rauen Wegwerf-Pads.
Zur Reinigung schmeiß ich sie einfach mit in die Wäsche. Ich hab so ein kleines Wäschenetz, damit sie nicht zwischen den Socken verschwinden. Funktioniert prima. Und das Beste: Ich hab inzwischen einen ganzen Stapel davon. In allen möglichen Farben – je nachdem, was für Garnreste ich gerade hatte.
Ach, und kleiner Tipp: Wenn du ein Geschenk brauchst, so auf die Schnelle – häkel einfach ein paar von den Dingern, pack sie mit einem hübschen Stück Seife zusammen in ein Glas oder eine kleine Box. Sieht nicht nur süß aus, sondern ist auch mega praktisch.
Ich find’s jedenfalls ziemlich cool, dass ich mit ein paar Metern Garn was machen kann, was ich jeden Tag benutze. Und irgendwie macht’s auch mehr Spaß, sich das Gesicht zu waschen, wenn man weiß, dass man das Ding selbst gemacht hat.


