Wie man Makramee-Ohrringe auf zwei Arten herstellt

Wie man Makramee-Ohrringe auf zwei Arten herstellt

Makramee-Ohrringe selber machen – Boho-Schmuck zum Verlieben

Ich sag’s mal so: Wenn mir vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, dass ich mir mal meine eigenen Ohrringe knoten würde – mit Garn! – ich hätte laut gelacht. Aber na ja… hier sind wir. Und ehrlich? Es macht richtig Spaß. Außerdem liebe ich diesen Boho-Vibe von Makramee. Sieht aus wie aus einem kleinen Handmade-Laden, kostet aber fast nix und ist total schnell gemacht.

Makramee ist ja sowieso wieder überall – Wandbehänge, Blumenampeln, Taschen… und jetzt halt auch Ohrringe. Ich zeig dir mal zwei einfache Varianten, die ich ausprobiert hab: einmal mit einem schlichten Reifen und einmal in Blattform.


Was du brauchst (kein Hexenwerk)

  • Baumwollgarn (am besten das gedrehte, nicht das geflochtene)
  • Eine Schere
  • Ohrring-Ringe oder Ohrhaken
  • Ein kleiner Draht- oder Augenbrauenkamm (optional, aber echt hilfreich)
  • Kleine Zangen für Schmuckringe (wenn du sowas da hast – kein Muss)

Ich hab einfach in meiner Schmuckkiste gekramt und ein paar alte Creolen gefunden, die ich eh nicht mehr getragen hab. Perfekt zum Aufhübschen.


Variante 1: Die einfachen Knoten-Ohrringe

Die hier sind super für den Einstieg, weil du nur einen Knoten brauchst: den sogenannten „Lark’s Head Knot“. Klingt kompliziert, ist es aber null.

So hab ich’s gemacht:

  1. Schnüre zuschneiden
    Ich hab ca. 8 Schnüre à 10 cm geschnitten. Das reicht, um den unteren Teil der Creole zu dekorieren.
  2. Knoten befestigen
    Jede Schnur wird zur Hälfte gefaltet und dann mit der Schlaufe von hinten nach vorn über den Ring gelegt. Dann ziehst du die losen Enden durch die Schlaufe – fertig ist der Knoten. Einfach festziehen.
  3. Mehr Knoten, enger setzen
    Ich hab so viele nebeneinander gemacht, bis etwa ein Drittel vom Ring bedeckt war. Dabei die Knoten schön aneinander schieben, damit’s gleichmäßig aussieht.
  4. Fransen schneiden & kämmen
    Die Enden hab ich erstmal auf eine Länge geschnitten. Dann hab ich die einzelnen Fäden auseinandergedreht – das macht die typische Fransentextur. Danach mit dem Kamm drübergehen. Das bringt nochmal diesen flauschigen Look rein. Danach nochmal nachschneiden, falls nötig.
  5. Zweiten Ohrring machen
    Ja, man braucht zwei. Also nochmal von vorn.

Die sind richtig leicht, angenehm zu tragen und machen echt was her. Ich hatte sie neulich auf einem Geburtstag an und wurde direkt gefragt, wo ich die gekauft hab.


Variante 2: Makramee-Blatt-Ohrringe

Die sind ein bisschen filigraner, aber auch echt süß. Und auch nicht viel schwieriger, versprochen.

Und so ging’s bei mir:

  1. Schnüre zuschneiden
    Eine Schnur mit 30 cm Länge (das wird die Mittelachse), zwei Schnüre mit je 15 cm.
  2. Knoten legen
    Die lange Schnur falten, sodass oben eine Schlaufe ist. Dann eine 15 cm-Schnur ebenfalls falten und unter die Mittelschnur legen – von rechts nach links. Die zweite 15 cm-Schnur kommt von links nach rechts drüber. Dann beide durch die jeweilige gegenüberliegende Schlaufe ziehen und festziehen. Klingt kompliziert, ist aber ein einfacher Makramee-Knoten, wenn man’s einmal gesehen hat.
  3. Wiederholen, Seiten wechseln
    Ich hab etwa 10 solcher Knoten gemacht, dabei immer abwechselnd von rechts und links begonnen – so wird’s schön symmetrisch.
  4. Blattform schneiden
    Jetzt kommt der Teil, bei dem man etwas Mut braucht: mit der Schere vorsichtig die Form eines Blattes ausschneiden. Ich hab’s freihand gemacht – und ja, der erste Versuch war eher ein unförmiger Busch. Beim zweiten hat’s besser geklappt.
  5. Ausfransen & aufhübschen
    Wie bei der ersten Variante: Fäden aufdrehen, kämmen, nochmal nachschneiden. Dann einen kleinen Ring durch die obere Schlaufe ziehen und Ohrhaken befestigen – fertig!

Mein Fazit (und kleine Erkenntnisse unterwegs)

Ich hätte echt nicht gedacht, dass das so viel Spaß macht. Es ist irgendwie meditativ, diese Knoten zu machen. Und das Beste: Man kann alte Reste von Garn verwenden und ausgediente Ohrringe aufwerten.

Ein Tipp: Nimm lieber weiches Baumwollgarn – synthetische Schnüre fransen nicht so schön aus. Und wenn du’s wirklich ordentlich willst, kannst du die Fransen mit etwas Textilspray oder Haarspray fixieren, damit sie nicht mehr so fusseln.

Ich hab mir vorgenommen, zu jeder Jahreszeit ein paar neue zu machen. Vielleicht mal mit farbigem Garn oder kleiner Perle in der Mitte. Und wer weiß – vielleicht verschenke ich demnächst mal ein Paar. Selbstgemachter Schmuck kommt irgendwie immer gut an.

Also… ran an die Knoten. Und nicht stressen lassen, wenn’s beim ersten Versuch etwas schief aussieht – das ist Handmade-Charme!

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